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Die Rittersfrau und der Teufel

Veröffentlicht am 18.07.2018 in der Kategorie Allgemein, Wandertag

Die Kockeritz hatten vom Kurfürsten das halbe Dorf Wildenau zum Lehen erhalten. Gern wären sie Herren über den ganzen Ort geworden, aber gab es noch die Drandorfs, und die galten etwas im sächsischen Raum. So mußten die Kockeritz sich damit bescheiden, was die wenigen Hüfner an Abgaben und Frondiensten zustande brachten. Der Rittersfrau war das weniger recht. Gerade jetzt, da sich alles immer nur um das Geld zu drehen schien, konnte man mit den Abgaben der Bauern kaum noch mithalten.

Der Teufel, welcher gerade im Großbusch herumstrich, bemerkte ihre heimlichen Wünsche. „Ich kann die helfen“, sagte er, „wenn du dich mit mir verbindest“. Die Rittersfrau wusste, was der Teufel als Preis verlangte, aber sie dachte auch: mir kann es egal sein, was nach meinem Tode geschieht. Fortan ging es hoch her im Rittersitz, ein Fest folgte dem anderen und es schien nie aufzuhören. Man wunderte sich schon, woher plötzlich all der Reichtum kam, ein Koblik konnte ihn wohl schwerlich gebracht haben, der hielt sich nicht in Adelssitzen. Jahre vergingen in Saus und Braus, aber sie bekamen der Rittersfrau schlecht, immer mehr kränkelte sie dahin.

Da überlegte sie mit Bangen, wie das Bündnis mit dem Teufel zu lösen wäre. Vielleicht könnte man die Küsterfrau überreden. Mit einem Beutel voll Talern ließ sich das naive Weib tatsächlich übertölpeln, und die beiden Frauen verabredeten sich zur Mitternacht auf der Lofkenheide. Als die Küsterin jedoch im Mondschein den Teufel leibhaftig vor sich sah, schrak sie zusammen und stürzte Hals über Kopf davon. Der Teufel, der an der prallen Küsterfrau weit mehr Gefallen gefunden hatte, sah sich um seinen Spaß gebracht. Erboßt fasste er die Rittersfrau bei der Hand, zog sie auf den nächsten Berg und tanzte so lange mit ihr, bis sie tot zur Erde fiel. Nun weiß man also, woher die „Teufelsberge“ ihren Namen haben.

Quelle: Sagen aus dem Schweinitzer Land

Diese unheimliche Sage wollten wir an unserem letzten Wandertag der Klasse 2 erkunden. So führte uns der Weg in die „Teufelsberge“ bei Wildenau. Unsere Rittersfrau Florentine und der Teufel Bruno tanzten, bis die Füße qualmten. Es war wieder ein erlebnisreicher Wandertag.

Viele Feriengrüße Eure Klasse 2